Performance

In Between ist eine Performance an der Schwelle zwischen verkörperter Erfahrung und Verschwinden, Handlung und Einschränkung, Sichtbarkeit und Rückzug. Der Körper erscheint, wird bedeckt, beschwert, teilweise freigegeben und bewegt sich durch den Raum, wobei er eine Abfolge von Übergängen aktiviert, die eine liminale Temporalität entstehen lassen.
Die Füße sind in Gips gefasst und bilden ein Exoskelett – eine externalisierte Struktur, die zugleich schützt und einschränkt. Das Gesicht ist verhüllt, die Sicht versperrt, wodurch sich die Beziehung zum umgebenden Raum destabilisiert. Der Körper bleibt präsent, jedoch nicht vollständig verfügbar; er agiert durch Begrenzung, Berührung und Empfindung. Die teilweise Freilegung der Füße ermöglicht Bewegung und Annäherung an das Publikum, ohne die Fragilität des Zustands aufzulösen.
Im Verlauf der Performance nimmt das Licht allmählich ab: Kerzen werden eine nach der anderen gelöscht und markieren die Erosion von Präsenz, Erwartung und Gewissheit. Die Handlung kulminiert nicht; sie zerstreut sich. Das Publikum wird in einen gemeinsamen „Dazwischen“-Raum hineingezogen, in dem die Grenzen zwischen Performerin und Betrachtenden, Leben und Tod, Nähe und Distanz fluide bleiben.
In Anlehnung an existenzphilosophische Ansätze, Theorien der Liminalität und die Tradition der konzeptuellen Performance begreift In Between die menschliche Existenz als eine fortwährende Aushandlung zwischen dem Bedürfnis nach Sinn und der Unvermeidlichkeit von Verlust. Freiheit erscheint dabei nicht als Auflösung, sondern als eine vorläufige Bewegung innerhalb von Einschränkung.