Kunstwandern-Festival

20.-29.3.2026

Kunstwandern / Art-Hiking verbindet Kunst, Bewegung und Landschaft zu einem offenen Prozess des Gehens, Sehens und Teilhabens. Ausgangspunkt ist ein leer stehendes Haus im Zentrum von Mühlacker – ein Ort, der zugleich Ursprung, Werkstatt und Archiv des Projekts ist. Zwischen verblassten Tapeten und offener Struktur entsteht ein Raum, in dem Vergangenheit und Gegenwart ineinandergreifen. Von hier aus brechen Künstlerinnen und Besucherinnen täglich zu Wanderungen auf, die in die umliegenden Teilorte führen: nach Lienzingen, Dürrmenz, Enzberg, Großglattbach oder Lomersheim. Das Projekt soll der Auftakt für ein jährliches Kunstfestival in Mühlacker sein, welches Leerstand für eine Woche für Kunst nutzt und Kunstwanderungen in die Teilorte durchführt.

Jede Route erschließt ein anderes Terrain, eine andere Geschichte, eine andere Perspektive. Die Wanderungen führen durch Weinberge, entlang der Enz, durch Wälder und über Höhenzüge, die Stadt und Dörfer miteinander verbinden. Unterwegs begegnen den Teilnehmerinnen ortsbezogene Arbeiten, Performances und temporäre Installationen, die auf die Eigenheiten der Landschaft reagieren. Internationale und lokale Künstlerinnen gestalten diese künstlerischen Stationen – in Resonanz mit Natur, Architektur und Geschichte. So wird der Weg selbst zur Galerie, das Gehen zum kuratorischen Prinzip.
Kunstwandern / Art-Hiking ist eine Kooperation zwischen Cheapart und APART aus Athen (Griechenland), Kunst im Keller aus Wien (Österreich) und dem Volkswanderverein Senderstadt Mühlacker. Sie bringt unterschiedliche kulturelle und geografische Perspektiven zusammen – urbane und ländliche, mediterrane und süddeutsche, professionelle Kunstpraxis und gelebte Wandertradition. Diese Verbindung von internationaler Gegenwartskunst und lokaler Bewegungskultur eröffnet neue Formen der Begegnung zwischen Orten und Menschen.

Die Öffentlichkeit ist ausdrücklich eingeladen, sich zu beteiligen – als Zuschauerin, Mitwandernder, Gesprächspartner*in oder einfach als neugierige Begleitung. Wer sich anschließt, wird Teil des Projekts: jede Wanderung ist offen, jede Performance erfordert Nähe, jede Begegnung verändert die Wahrnehmung des Raumes. Kunst zeigt sich nicht mehr auf Distanz, sondern im gemeinsamen Schritt, im Austausch unterwegs, im Blick auf die Umgebung.

Das zentrale Haus in Mühlacker bleibt währenddessen ein ruhender Pol. Es empfängt die Teilnehmenden jeden Abend, wird zum Ort des Sammelns und der Verwandlung. Hier treffen Eindrücke, Fundstücke, Klänge und Notizen zusammen, wachsen zu einer sich ständig verändernden Ausstellung. Die Räume spiegeln, was draußen geschieht – sie verdichten die Erfahrung des Gehens zu einer kollektiven Erzählung.
Kunstwandern / Art-Hiking ist kein abgeschlossenes Ausstellungsformat, sondern ein Prozess, der sich über Tage und Wege entfaltet. Die Landschaft wird zum Atelier, das Wandern zur künstlerischen Methode, das gemeinsame Unterwegssein zur Performance. Zwischen Haus und Horizont entsteht ein Raum der Offenheit, in dem Kunst, Natur und Gemeinschaft ineinandergreifen.

Mühlacker und seine Dörfer werden so zu einem lebendigen Netzwerk aus Wegen, Stimmen und Bildern – ein Ort, an dem Kunst nicht präsentiert, sondern gegangen wird.