Auerhahn

Installation

von Adele Siegl

Ein wirres Netzwerk aus alten Textilschnüren spannt sich zwischen Leinen, die an wenigen Punkten im Umfeld befestigt sind. Fragile Streifen aus Alttextil drohen jeden Moment zu reißen, worauf sie neue Verbindungen suchen müssen.
Durch die Dynamik verschiedener Zugkräfte formt sich aus dem Gespinst ein Auerhahn. Seine komplexe Existenz des Auerhuhns hängt an wenigen Fäden. Auerhühner brauchen einen weitreichenden, vielfältigen Lebensraum. Durch von Monokulturen geprägte Forstwirtschaft, Straßenbau und Tourismus wird dieser allerdings immer mehr zurückgedrängt.
Die Darstellung der bedrohten Tierarten mittels einer Netzwerkinstallationen aus Alttextil reflektiert unsere Abhängigkeiten von der Lebenswelt, sowie auch wir davon „er-zogen“ werden. Jedes Stück Textil bringt dazu eine eigene Geschichte, eigene Narben und Nähte, die in der Existenz verwoben ist und seine eigenen unberechenbaren Eigenschaften mitbringt.